Quartiersentwicklung Wohnungsbau, Berlin Charlottenburg 

Angesichts wachsender Wohnungsnot und fehlender Bauflächen ist vertikale Nachverdichtung wieder im Gespräch, gerade in den Metropolen. Bauen in die Höhe reduziert die Flächenversiegelung, so dass bestehende Grün- bzw. Waldflächen erhalten bleiben. Auch in Berlin sind Hochhäuser kein Tabuthema mehr, es wird im Senat diskutiert. Zwei Berliner Genossenschaften und ein Drittinvestor planen 870 Wohnungen für das Westkreuz-Areal. Hingegen sieht das Landschaftsprogramm Berlin den Erhalt der Grün- und Freiflächen sowie bestehenden Kleingartenanlagen vor. BA wurden von Ecoplan GmbH beauftragt, eine Konzeptstudie für eine mögliche Bebauung zu erarbeiten. 

Noch ist das Areal durch Bahngleise, steile Böschungen sowie Brachen zerschnitten, somit isoliert und für Fußgänger schwer zugänglich. Der Entwurf von BA platziert drei Gebäude mitten in diese Verkehrsadern, daher der Name „Inbetween“. Damit die Kleingärten und Grün- sowie Freiflächen weitestgehend erhalten bleiben, soll moderat in die Höhe gebaut werden: Drei Gebäude mit jeweils zwei unterschiedlich hohen Baukörpern schaffen Raum für insgesamt 870 Wohnungen. Außerdem wird das Areal neu erschlossen und an S-Bahn, Umfeld sowie Infrastruktur angebunden. Dafür sind u. a. Fußgängerstege und diverse Brücken vorgesehen. Der motorisierte Anliegerverkehr wird unterirdisch über die Holtzendorfstraße auf das Planungsgebiet geführt. Somit bleibt die gesamte Wohn- und Parkanlage autofrei. Eine große Tiefgarage vereint die drei Gebäude unterirdisch. Für Anlieferung und Feuerwehr ist es eine Rampe vorgesehen.

Die höheren Gebäudeteile mit ihren 20 Geschossen erreichen eine Höhe von 65 m. Die niedrigeren haben jeweils acht Geschosse und begrünte Dachterrassen, die für alle Bewohner zugänglich sind. In jedem der drei geradlinigen und klar strukturieren Ensemble sind bis zu 290 Wohnungen geplant. Das Tragwerk lässt variable Grundrisse und Wohnungsgrößen zu. Das spricht ein breites Nutzerspektrum an. Alle Einheiten des höheren Gebäudeteils sind mit einer Loggia versehen. Umlaufende Balkone bzw. Terrassen mit integrierten Pflanzkästen prägen die Architektur des niedrigeren Baukörpers. Auf die Art begrünte Fassaden verbessern die Luftqualität, schützen vor Kälte, Hitze und vor allem Lärm: Wegen der benachbarten Bahntrassen sind schalldämmende Maßnahmen an den Außenbauteile gefordert. Die Loggien und Balkone haben absorbierende Decken. Außerdem sind die Brüstungen zur Belichtung der Wohnungen verglast. Beides zusammen mindert die Lärmbelästigung erheblich. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung sorgt bei geschlossenem Fenster für eine optimale Frischluftversorgung. 

In den Ensembles sind ebenerdig keine Wohnungen vorgesehen, sondern Gemeinschaftsräume und ein Conciergeservice. Auch in den achten Ebenen der höheren Baukörper wird es Räume für Treffen und Aktivitäten geben. Diese sind mit den Dachterrassen im achten Geschoss der niedrigen Gebäudeteile verbunden und darüber zugänglich. Inbetween steht somit für drei neue Landmarken in Berlins Wohnungsbau umgeben von Grün – und ein Zusammenleben in der genossenschaftlichen Gemeinschaft.

Blumers Architekten
Generalplannung und Baumanagement GmbH

Leibnizstraße 80
D - 10625 Berlin
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